Die Bezeichnung Psychotherapie (altgr.psycho ,Seele‘ und therapía
,heilen‘) steht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer
Verfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel auf die Behandlung
psychischer und psychosomatischerKrankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen zielen.
Dabei finden psychologische, d.h. wissenschaftlich fundierte Methoden
verbaler und nonverbaler Kommunikation systematische Anwendung.[1] Es gibt verschiedene Psychotherapieformen. Die Verhaltenstherapie
beinhaltet Veränderungen der sozialen Umgebung und Interaktion. Das
Ziel ist hierbei die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten und die
Ermöglichung einer besseren Selbstregulation. Beispielsweise versucht
die kognitive Verhaltenstherapie
dem Betroffenen seine Gedanken und Bewertungen bewusst zu machen, diese
gegebenenfalls zu korrigieren und in konkrete Verhaltensweisen
umzusetzen.
In der Tiefenpsychologie (z. B. der Psychoanalyse) findet eher eine Auseinandersetzung mit „dem Unbewussten“ (oder Nichtgewussten) statt, um die Hintergründe und Ursachen des Leidens zu klären.
In Europa ist der Zugang zur Berechtigung zur Ausübung von Psychotherapie unterschiedlich geregelt. In Deutschland sind dazu Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie ärztliche und psychologische Psychotherapeuten und in beschränktem Ausmaß auch Heilpraktiker bzw. Heilpraktiker (Psychotherapie) befugt. Wissenschaftliche Definitionen
Aus der Perspektive wissenschaftlicher Psychologie oder Psychotherapieforschung ist Psychotherapie die auf wissenschaftlichem Wege gefundene, besondere Form einer kontrollierten menschlichen Beziehung,
in der der Therapeut die jeweils spezifischen Bedingungen bereitstellt,
um für einen oder mehrere Patienten Veränderungen in Richtung einer
Verminderung/Heilung von seelischem/körperlichem Leiden zu ermöglichen.
Auch eine gleichzeitige persönliche Weiterentwicklung kann mit
Psychotherapie verbunden oder sogar ihr ausdrückliches Ziel sein. Durch
die jeweils besondere Beziehungsgestaltung und die ausgewählten Anregungen des Psychotherapeuten, die „Methoden“ genannt werden, steigert der Patient die Fähigkeit, besser mit sich und seinen Konflikten umgehen zu können, um ein Mehr an geistigem/seelischem und körperlichem Wohlbefinden zu erreichen.
Gleichzeitig erfährt er auf unterschiedlichen Ebenen die verursachenden Zusammenhänge für sein Leiden.